65. The wheel is come full circle (featuring Alienne)

Tizians “Göttin Flora” war unser Vorbild: mit der Linken lässig einen Schal raffend, die rechte Hand mit Blüten gefüllt, so schaut sie aus dem Bild heraus. Das wollten wir auch probieren. Nur hatte ich gerade keine Blüten vorrätig, dafür allerdings einige Kunststoff-Insekten in Übergröße, und so wurde folgerichtig aus der Flora eine Fauna. Aber wer war denn das eigentlich?
In der römischen Kaiserzeit hatte Fauna ihren eigenen Tempel auf dem Aventin, und nur Frauen durften an ihrem Kult teilnehmen. Sie galt als die “gute Göttin”, die Bona Dea, die Beschützerin alles Lebens in Wald und Flur. Sie wurde angerufen, wenn es um Heilung und Segen ging, und sie war zuständig für Orakel, Weissagung und das helle Sehen.
Fauna trat häufig in Begleitung von wilden Tieren auf, besonders gern mit Schlangen (Häutung, Werden und Vergehen), und der Wald war ihr Revier. Sie ist mit dem Satyr Faunus verwandt, dem Gott der Fruchtbarkeit. Ob sie aber seine Mutter, seine Tochter oder seine Gattin ist, darüber haben verschiedene Quellen unterschiedliche Vorstellungen.
Bei meinem letzten Besuch in Rom habe ich im Park der Villa Borghese Fotos gemacht: wie im Märchenwald sah es dort aus, fremd und verzaubert, und es hätte mich überhaupt nicht gewundert, wenn plötzlich einige Centauren zwischen den Pinien aufgetaucht wären. Mit diesen Impressionen im Gepäck war mir endlich klar, wie der Hintergrund von Fauna aussehen soll. Und da steht sie nun, den Blick himmelwärts gerichtet und bereit, für uns in die Zukunft zu schauen.

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