48. L’Origine (featuring Marcin Baczyk)

Berlinale 2005, Premiere von Julia Ostertags Doku „Gender X„. Mir fällt die Performance von Marcin auf, und nach dem Screening schlage ich ihm vor, ein Porträt zu machen. Wir tauschen Mailadressen, versuchen dann auch, uns zu verabreden, aber irgendwie kommt es nicht dazu und wir verlieren uns aus den Augen.

Vorerst. Denn einige Jahre später treffen wir uns auf dem Geburtstag eines gemeinsamen Bekannten wieder. Marcin war in der Zwischenzeit mit dem Cirque du Soleil auf Tournee in Amerika; kein Wunder, dass es mit unserer Verabredung nicht geklappt hat.

Aber jetzt! Ach, es ist ein Vergnügen, mit diesem Tänzer zu arbeiten! So elastisch, wie er nun mal ist, war es unser Ehrgeiz, den ganzen langen Menschen komplett auf dem einen Quadratmeter unterzubringen. Die Präzision, mit der er die Pose hält und nach jeder Pause exakt wiederfindet, begeistert mich. Marcin kommentiert lässig: „Muscle memory, baby!“

Erst im Nachhinein fällt mir auf, dass wir mit dieser Pose ein Gemälde von Gustave Courbet zitieren: Der Ursprung der Welt. Ein Bild, das zu seiner Zeit ein Skandal war und noch heute für Aufregung sorgen kann.

Skizze Marcin, 2010, 25 x 25 cm, Bleistift/Papier
Skizze Marcin, 2010, 25 x 25 cm, Bleistift/Papier
LOrigine; featuring Marcin Baczyk, 2010
LOrigine; featuring Marcin Baczyk, 2010
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